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Osteoporose - Betroffene werden zu einseitig informiert

Kräftigen statt schonen


 

Osteoporose - Betroffene werden zu einseitig informiert

Aufgrund der hohen Alterserwartung der Menschen sowohl bei Frauen als auch bei Männern wird die Osteoporose zu einem der grössten medizinischen Probleme der Zukunft. Inzwischen haben auch die Medien die Osteoporose entdeckt. Doch wie bei chronischen Rückenschmerzen, werden auch hier einseitig die medikamentösen Therapiemöglichkeiten propagiert. Natürlich ist es unbestritten, dass die Diagnostik und die medikamentöse Therapie in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt hat. Ebenfalls ist angesichts des riesigen Marktes der Druck der Pharmaindustrie entsprechend hoch.

Krebsrisiko noch nicht vom Tisch. Doch bis auf die Alendronat-Studie (Fosamax) fehlt nach wie vor eine saubere Langzeitstudie - zum Beispiel über die Oestrogentherapie. Es ist eine alte Regel, dass wirkungsvolle Medikamente auch ein Nebenwirkungsprofil aufweisen. Dieses wird von der Fachpresse oft zu wenig differenziert dargestellt. Die Realität im medizinischen Alltag zeigt aber, dass 70 % der Frauen, die eine medikamentöse Therapie benötigen, diese nicht richtig anwenden. Das hat verschiedene Gründe. Sicher sind die Nebenwirkungen (Blutungen, Krebs-Risiko, Speiseröhrenentzündung etc.) ein Hauptfaktor. Aber auch die Vorstellung, nach 30 Jahren Antibabypille nun 30 Jahre eine Hormonsubstitution durchzuführen ist ein Grund, warum Patientinnen die Therapie absetzen.
Frau Dr. med. Elisabeth Sornay-Rendu aus Lyon präsentierte die Resultate der prospektiven OFELY-Studie, welche zeigen, dass es trotz korrekter Oestrogeneinnahme über längere Zeit (3 Jahre) zu einem signifikanten Knochenmassenverlust insbesondere am Hüftgelenk kommen kann. Somit ist die Langzeitwirkung der Hormonsubstitutionstherapie (HRT) nicht gesichert.

Nutzen körperlicher Aktivität für die Knochendichte. Obwohl kein Zweifel über den Nutzen körperlicher Aktivität für Knochendichte besteht, wird nur eine von 1000 Zeilen dieser Thematik gewidmet. Dabei ist heute klar gesichert, dass eine direkte Beziehung zwischen muskulärer Belastung, Knochendichte und Knochenstruktur besteht. Hier ist die Arbeit von Lis Mosekilde von der Universität Aarhus, Dänemark erwähnenswert, welche die Beziehung Muskulatur-Knochen durch Strukturanalysen, beziehungsweise Histomorphometrie (Gewebs-Struktur-Messungen) und elektronische Mikroskopie unter biomechanischer Belastung aufzeigt.
Aufschlussreich ist auch die Tatsache, dass der Belastungseffekt ortsspezifisch ist; das heisst, dass beispielsweise die Knochendichte in den Wirbelkörpern durch eine entsprechende Belastung auf diese beeinflusst werden kann. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass die axiale Belastung der Knochen eine hohe Intensität erreichen muss, um knochenwirksam zu sein.

Krafttraining hat Medikamenten-Charakter. Dies bedeutet, dass das allseitig empfohlene tägliche "Spazierengehen" für die Prävention nicht genügt, geschweige denn eine Therapie der Osteoporose darstellt. Die oben genannten Erkenntnisse sind in der medizinischen Praxis zu wenig oder nicht bekannt. Erkundigt sich eine Patientin bei Ihrem Hausarzt, was sie selber zur Prävention beitragen kann erhält sie nicht selten die Antwort: "Treiben Sie Sport!". Dies ist etwa gleich unsinnig, als wenn der Arzt der Patientin erklären würde: "Sie sind krank - nehmen Sie Ihre Medikamente!", ohne Angaben über Art, Dosierung, Dauer!
Das tägliche Spazierengehen muss konkret ergänzt werden mit einem auf die Patientin abgestimmten Krafttraining, welches zweimal wöchentlich nach exakter Instruktion durchgeführt wird. Da es sich bei den osteoporotischen Patientinnen und Patienten in der Regel meist um über 50jährige handelt, ist vorgängig eine ärztliche Abklärung notwendig und allenfalls eine Medizinische Kräftigungstherapie unter ärztlich / therapeutischer Leitung indiziert.

    


Kräftigen statt schonen

Etwa 80% der chronischen Rückenschmerzpatienten, die auf herkömmliche Therapieformen wie Spritzen, Wärmewickel, Krankengymnastik, Rückenschule, Schonung etc. nicht ansprechen, kann durch gezielte Kräftigung der betroffenen Muskulatur geholfen werden.
Dies allen medizinischen und paramedizinischen Unkenrufen zum Trotz! Die hohe Erfolgsrate setzt allerdings eine ebenso hohe Anforderung an die Therapiequalität voraus: Folgende Kriterien müssen deshalb für eine seriöse Medizinische Kräftigungstherapie obligat erfüllt sein:

  • Einsatz eines diagnostischen Verfahrens, das Funktionsdefizite der betroffenen Muskulatur nach streng wissenschaftlichen Kriterien nachzuweisen vermag und dadurch eine entsprechend objektive Therapiekontrolle zulässt.

  • Anwendung eines standardisierten, wissenschaftlich begründeten Therapieprotokolls.

  • Hohe Trainingsintensität unter therapeutischer Überwachung (keine Gruppentherapien!).

Vor dem Hintergrund dieser wissenschaftlichen Effizienz der Medizinischen Kräftigungstherapie will die GMKT erreichen, dass diese Therapieform obligatorisch in das allgemein anerkannte Therapierepertoire aufgenommen und von den Krankenkassen vergütet wird.
Im Gegensatz zur krankenversicherungsgesetzlich "geschützten", wohlbekannten und traditionellen Behandlungstrias "Fango-Massage-Gymnastik" ist in der Medizinischen Kräftigungstherapie aufgrund der standardisierten Therapieprotokollierung die Qualitätskontrolle eine Selbstverständlichkeit.

Ohne Qualitätskontrolle und Nachweis der Wirksamkeit wird sich in Zukunft bei stetig steigenden Gesundheitskosten keine Therapieform mehr medizinisch und wirtschaftlich rechtfertigen lassen.

Allerdings ist auch ein Umdenken bei den Patienten gefordert. Solange die "Massage" die beliebteste Behandlungsart beim "Medizinkonsumenten" bleibt, erreichen wir bei einem chronischen Krankheitsbild wie dem Rückenleiden keinen Durchbruch. Um die Behandlungskosten langfristig spürbar zu senken, müssen aktive Behandlungskonzepte gefördert werden, die eine gesteigerte Selbstverantwortung bei Patienten voraussetzen. Die Medizinische Kräftigungstherapie ist die einzige Therapieform, welche nachweisbar zu einer strukturellen Veränderung im menschlichen Körper führt (Muskulatur, Bänder, Knochen, Verhältnis Fett-Magermasse). Dies ist bei den konventionellen, vorwiegend passiven Therapiemassnahmen nicht der Fall.

Für den Patienten heisst dies:  Ohne Fleiss kein Preis!